Zaghafte Gleichberechtigung in den 1990er Jahren

Mit der Globalisierung nach 1989 begann die Allianz, sich nachhaltig zu internationalisieren. Das wirkte sich auch auf die Situation der Frauen im Unternehmen aus, die hier, wie im Staat, bis dahin nicht angemessenen repräsentiert waren.

In den 1990er Jahren wurden sukzessive elementare Forderungen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch verschiedene Gesetze zur Gleichberechtigung erfüllt. Die Allianz nutzte die Chance, parallel ergänzend betriebliche Regelungen zu schaffen. So hatte sie 1993 mit dem Gesamtbetriebsrat eine Vereinbarung zur "Förderung der Chancengleichheit" ausgehandelt und in jeder Personalabteilung eine Gleichstellungsbeauftragte ernannt. Veränderung tat Not: Die interne Diskussion um die Chancengleichheit machte deutlich, wie schwierig es für Frauen bei der Allianz war, Familie und Beruf zu verbinden, und, dass die Gleichberechtigung noch in den Kinderschuhen steckte, wie damals im Allianz Journal zu lesen war. Für Frauen, die sich für Kinder entschieden und in Teilzeit arbeiteten, bedeutete das fast immer den Verzicht auf Karriere.


Eine Mitarbeiterin auf dem Titel: Die Französin Murielle Leroy (AGF) nahm erfolgreich an der 4. Allianz Olympiade in Mailand teil. (2002)

Nach und nach wurden die betrieblichen und rechtlichen Voraussetzungen für die Rückkehr an den Arbeitsplatz verbessert. Dazu gehörten der Ausbau der Arbeitszeitflexibilisierung und der Kinderbetreuung – der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz wurde beispielsweise 1996 gesetzlich verankert – sowie verbesserte Bedingungen für bezahlten Erziehungsurlaub. Im Jahr 1992 wurde das Erziehungsgeld auf zwei Jahre ausgedehnt. Für das breite Spektrum familiengerechter Maßnahmen, wie zum Beispiel die kernzeitlose Gleitzeit, Telearbeitsplätze und Teilzeitangebote, erhielt Allianz Leben 1997 im Wettbewerb "Der familienfreundliche Betrieb" eine Auszeichnung. Wegweisend war damals das Angebot an die Mitarbeiter, während des Erziehungsurlaubs kontinuierlich mit der Firma in Kontakt bleiben zu können. Dass dies im Jahr 2002 immer noch – dieses Mal in einem Landeswettbewerb – als preiswürdig galt, zeigt, wie schwierig es bis heute ist, die relativ starren Geschlechterrollen im Job und in der Familie aufzubrechen.