Neue Arbeitsfelder für Frauen

Zwei besondere Entwicklungen der 1920er Jahre eröffneten Frauen auch neue Arbeitsfelder bei der Allianz. Versicherungen verschiedenster Art, insbesondere die Lebensversicherung, aber auch Sachversicherungen, entwickelten sich während der beiden Jahrzehnte nach dem Ersten Weltkrieg zu Massenprodukten: Um dieses Massengeschäft profitabel zu organisieren, musste die Allianz ihre Arbeitsabläufe rationalisieren und vereinfachen. Handarbeit wurde reduziert und – wo möglich – wurden Prozesse technisiert. Dazu investierte das Unternehmen in Bürotechnik: Buchungsmaschinen, Adressierapparate und Lochkartensysteme.


Frauen als Mitarbeiterinnen der Registerabteilung des ADVV mit Rechenmaschinen. (um 1920)

An vielen dieser Geräte arbeiteten dann Frauen, denen, was ganz selbstverständlich war, geringere Löhne gezahlt wurden als Männern. So arbeiteten in den 1930er Jahren bei der Allianz Frauen als Locherinnen, als Druckerinnen an Adressiermaschinen, als Sekretärinnen, als Sachbearbeiterinnen in der Buchhaltung und der statistischen Abteilung, als Laborantinnen in der Materialprüfstelle, als Telefonistinnen in der Hauptverwaltung und in den Zweigniederlassungen, als Stenotypistinnen, als Reinigungskräfte und als Mitarbeiterinnen in den Kantinen und Erholungsheimen.